Eintrag eins /_ 30.10.2019

Südtirol

Endlich. Nach einer langen Autofahrt sind wir wohl behalten in Südtirol angekommen. Ich bin zum ersten Mal hier. In Meransen haben wir uns für eine gute Woche eine Ferienwohnung gemietet. Der Blick vom Balkon derer in die bergige Landschaft vor uns bringt direkt nach unserer Ankunft eine gewisse Ruhe mit sich. Was uns zudem nach einer fordernden Anreise sofort auffällt: die Luft ist frisch, es riecht einfach fantastisch nach grünem Gras und Wald. Nach der ersten Nacht, sitzen wir am nächsten Morgen bereits sehr früh auf dem Balkon der Ferienwohnung. Die erste Tasse Kaffee des Tages in der Hand haltend, genießen wir die noch etwas feuchte Morgenluft. Berge, deren Kanten mit Wolken verhangen sind und letzte Nebelschwaden, die ruhig durchs Tal ziehen finden unseren Blick. Irgendwie beschaulich das Ganze.

Wer nach Südtirol in den Urlaub fährt, will vermutlich wandern und die Natur genießen – das wollen auch wir. Ich bin allerdings blutiger Anfänger und habe bis auf einen Kurztrip in die schottischen Highlands bei Glencoe im Jahr 2015 nichts dergleichen unternommen oder erlebt. Ich habe also keine bzw. nur sehr wenige Erfahrungen. Umso mehr freut es mich, dass Frank und Monika, unsere Mitreisenden ausgesprochen erfahren und ortskundig sind. Sich einfach an ihren Rockzipfel hängen zu können, habe ich sehr genossen. Wir mussten uns kaum Gedanken machen – über mögliche Touren, Wege und wie wir zu Ausgangspunkten von Wanderrouten anreisen.

Nachdem wir bereits in den zurückliegenden Tagen zwei ausgedehnte Wanderungen bei wirklich herrlichsten Sonnenschein unternommen haben, soll es mit der dritten Wanderung noch einmal hoch hinauf gehen. Unser Ziel ist der Wilde See. Für die Anreise zum Ausgangspunkt, dem Fane Parkplatz, muss zunächst geprüft werden, ob die Zufahrtsstraße noch freigegeben ist – wir sind schließlich Ende Oktober dort und sicher ist sicher. Die Straße ist freigegeben und bei der Fahrt dorthin wird schnell klar, dass man im Winter – wenn Schnee liegt – dort nicht hochfahren kann, denn es geht steil aufwärts.  Bei der Anfahrt auf nassen Straßen mit engen Kurven drehen für einen Moment mitten in einer Kurve, nach der es ziemlich steil hinauf geht, die Räder durch. Mein Puls steigt und ich denke mir: Das kann ja heiter werden! Wird es aber nicht, denn zum einen ist Frank ein versierter Fahrer, bringt uns ohne weitere Aufregung zum Parkplatz und zum anderen, was mich besonders freut, zeigt die Wetterlage dichten Nebel. Die Menschen, die an diesem Tag am Wandern sind, können wir an einer Hand abzählen.

Los geht’s zum Wilden See.

Auf dem Weg zum Wilden See – hier noch nahezu am Ausgangspunkt der Wanderung. Nebel verhangen kann man schon im Hintergrund ein paar Holzhütten erkennen, die zu der Fane Alm gehören.

Mehr oder weniger das Tor zur Fane Alm. In dem Fall ein Blick zurück, denn für unsere Wanderrichtung muss ich mich nach dieser gemachten Aufnahme um 180 Grad drehen.

Weiter geht es bergan. Der Nebel ist manches Mal so dicht, dass wir hin und wieder Sichtweiten von unter 100 Meter haben.

Kurzer Stopp. Auf der Labisebenalm machen wir eine Pause, essen und trinken was. Danach geht es weiter…

Und wieder kurz innehalten, aufsaugen und staunen. Der Blick auf die Wurmaulspitze oder die Hochfernerspitze – ganz sicher bin ich mir hier leider nicht – ändert sich im Minutentakt, denn die Wolken verdecken die Spitze einige Minuten und legen sie danach immer wieder frei. Ein fantastisches Schauspiel, dass intensiv berührt.

Einige Zeit später, stehen wir inmitten der Wolken, wenn man so will.

Dem Ziel schon nah…

Und dann endlich, wir sind am Ziel unserer Wanderung – am Wilden See. Es ist of nicht leicht Größenverhältnisse abzubilden, dieses Foto schafft es einigermaßen gut. Wie es in Wirklichkeit vor Ort aussah, kann es doch nicht ganz wiedergeben. Der Ort, die Natur hat hier so viel Schroffheit in sich und auch so viel Ruhe.