FOTOGRAFIE: GEFUNDENE SPRACHE

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2010 kaufte ich mir meine erste digitale Spiegelreflexkamera, eine Canon 450D. Nicht ahnend, auf welche Reise mich diese Kamera und später dann die Fotografie an sich mitnehmen wird, machte ich in den ersten Monaten mal hier, mal da einen Schnappschuss, natürlich im Automatik-Modus. Schnell begriff ich, dass die Fotografie viel mehr kann, das sie auch Mittel eines Ausdrucks sein kann und für mich mehr und mehr wurde. Das sprichwörtliche Licht ging mir auf, als ich dieses hier nebenstehende Foto im Hermann-Blankenstein-Park (in Berlin) an einem nebeligen Sonntagmorgen machte. Es war der 22. November 2010. Das Feuer in mir war entfacht. Ich wollte mehr wissen über die Fotografie. Noch im gleichen Monat kaufte ich mir mein allererstes Buch zum Thema: Die Kunst der Fotografie von Bruce Barnbaum. Ich sog die Seiten des Buches regelrecht auf, habe versucht möglichst viele Aspekte, die mir wichtig erschienen, zu verinnerlichen. Besonders bedeutsam erschien mir der Hinweis das Autors darauf, eine eigene fotografische Handschrift zu formen. Neben dem Verstehen der Kameratechnik, war das mein oberstes Ziel. Den Kopf zerbrechend dachte ich darüber nach, wie mir das gelingen könnte, also eine eigene fotografische Handschrift zu formen. Es schien mir die Frage der Fragen zu sein. Denn die Antwort darauf, so dachte ich, könnte dazu beitragen, dass sich meine Fotografie von derer anderer unterscheide. Die eigene Handschrift als Alleinstellungsmerkmal quasi. Dies schien mir auch deshalb so wichtig zu sein, weil ich einerseits dachte, dass jedes Foto schon einmal gemacht worden war, alles bereits fotografiert wurde und gleichzeitig auch noch nicht.

Zu diesem Buch gesellten sich alsbald ein, zwei weitere, die ich aber schnell wieder verkaufte, da sie zum ersten Buch nichts Ergänzendes boten. Was aber hinzukam und blieb sind Fotobücher, also Bücher mit Fotografien anderer Fotografen. Eines, das ich an dieser Stelle unbedingt erwähnt wissen möchte, ist ein Geschenk meiner Schwestern. Es zeigt Fotografien von Menschen, die auf der Isle of Man, einer Insel in der irischen See leb(t)en und von Chris Killip auf eine, wie ich finde, sehr erhliche und zugleich berührende Art und Weise abgelichtet worden sind. Das Buch Isle of Man Revisited – Chris Killip wurde in der Erstauflage des Steidl Verlags im Jahr 2015 veröffentlicht. Die darin enthaltenen Fotografien gefallen mir außerordentlich gut.

Fortsetzung folgt

Hermann-Blankenstein-Park, 2010